Dennis Born
2. Dan Ju-Jutsu
Im April 1998 begann ich mit dem Ju-Jutsu Training im Sportverein Grün/Weiß Fulda, nachdem mich die Magie der Kampfkunst schon in den Jahren zuvor immer wieder in ihren Bann gezogen hatte. Nach einem Jahr, in dem ich in die Grundlagen des Kampfsports mit Rollen, Fallen und einfachen Block-, Schlag- und Wurftechniken eingeweiht wurde, legte ich die Prüfung zum gelben Gürtel ab und machte es mir zu meinem Ziel, weitere Graduierungen zu erreichen.
Drei Jahre später bot man mir an, als Co-Trainer mein bis dahin gesammeltes Wissen an andere weiter zu geben. Daraufhin absolvierte ich die Sportassisstenten-Ausbildung und wurde Co-Trainer in der Jugendgruppe von Benjamin Hohr, der mich zu diesem Zeitpunkt schon seit einem halben Jahr in der Erwachsenengruppe trainiert hatte und seit dem entscheidend zu meiner sportlichen und persönlichen Entwicklung beitrug. Mit diesem ersten Meilenstein in meinem kampfsportlichen Leben legte er nicht nur das eigentliche Fundament für mein eigenes kampfsportliches Können, sondern trug entscheidend dazu bei, meinen Weg zu finden. Außerdem weihte er mich in die Kunst ein, als Trainer sein Wissen an andere weiter zu geben.
Im September 2003 begann ich dann mit der Tätigkeit als Haupttrainer. Erst in der Jugendgruppe und kurze Zeit später auch im Erwachsenentraining. Hier sah ich es als meine erste Aufgabe, die teils doch deutlich älteren Trainierenden über den Altersunterschied hinwegsehen zu lassen, was von ihnen auch innerhalb kurzer Zeit umgesetzt wurde.
Der zweite Meilenstein wurde erreicht, als ich für die Vorbereitungen zum braunen Gürtel ab September 2004 regelmäßig im Tiger & Dragon Club Alsfeld bei Oliver Hill trainieren durfte. Schon die einigen Male zuvor hatte ich beim betreten des Dojo’s gemerkt, dass die Atmosphäre eine andere war. Das so genannte „Feeling“ veränderte sich. Man wurde auch als Fremder sofort mit dem typischen Handschlag begrüßt, fühlte sich keine Minute fremd und gleich wie in eine große Familie aufgenommen. Überdies fehlte das in vielen Vereinen vorhandene neidverzerrte Konkurrenz-Denken völlig!
Als ich von einer Schulterverletzung im November 2004 zurückgeworfen, wieder genesen war, trat ich Anfang 2005 dem Tiger & Dragon Club bei. Nach nicht allzu langer Zeit fuhr das Auto meiner Eltern, die mich ganz besonders in meinem kampfsportlichen Leben sehr unterstützten und damit eine entscheidende Rolle spielten, die Strecke Schlitz - Alsfeld fast von allein.
Das Training bei Olli eröffnete eine große Menge an neuen Perspektiven und er war für mich nicht nur ein Lehrer, sondern ein Meister. Er sieht seine Aufgabe nicht nur im technischen und physischen Training, sondern nimmt seine Schüler als Ganzes und trägt zur Entwicklung des kompletten Menschen bei. Er ließ mich an den Erfahrungen, die er in seiner Karriere gemacht hat teilhaben, beeinflusste zum einen meine Persönlichkeit entscheidend und schafft es immer wieder aufs Neue mit seiner freundlichen Art zu inspirieren und an zu spornen. In der Zeit des Trainings bei Olli hatte ich außerdem die Möglichkeit bei Gokor Chivichyan und Richard Bustillo zu trainieren und lernte Artur Allerborn kennen. Dessen Art und Weise Techniken zu analysieren und derart präzise und strukturiert zu unterrichten beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue. Bei, bzw. mit Artur zu trainieren birgt einen Wahnsinns-Spirit und man wird durch seine phänomenale Art zu „pushen“ von einer einzigartigen Energie durchströmt.
Am ersten April 2006 beendete ich dann erfolgreich die Fachübungsleiter-C-Ausbildung und absolvierte danach Anfang Juli desselben Jahres die Prüfung zum 1. Dan. Wie am Anfang beschrieben strebte ich nach meiner ersten Gürtelprüfung in erster Linie nach höheren Graduierungen. Mit der Zeit jedoch wurde ich hellhörig und leise Vorahnungen, dass es nicht das ist, was eine Rolle spielt, verfestigten sich. Über die Jahre wurde mir dann klar, dass die Gürtelfarbe neben Persönlichkeit, Können, Bescheidenheit und einem freundlichen Lachen weit in den Schatten rückt.
„Have fun when you play. Let it come naturally!“ -- Jeeanne Curren

