Vereinsgeschichte

oder: wie alles begann

Die Wurzeln

Alles begann mit einem Selbstverteidigungslehrgang für Frauen, den unser Trainer Oliver Hill im Januar 1998 in einer Turnhalle in Alsfeld hielt. Einen Nachmittag lang wurde geschwitzt, geschlagen, in Augen gestochen und zwischen die Beine getreten…

Die fast 30 Teilnehmerinnen waren begeistert. In erster Linie wurden zwar die Techniken zur Selbstverteidigung auf der Straße trainiert, gleichzeitig aber auch Koordination, Kondition, Kraft und Körperbeherrschung geschult. Viele der Frauen und Mädchen hatten den Wunsch, auch in Zukunft und vor allem regelmäßig das Selbstverteidigungstraining fortzusetzen.

Ende April 98 war es dann soweit. Wir hatten das Glück (dachten wir zu dieser Zeit zumindest…), in der Erich-Kästner Schule in Alsfeld eine freie Hallenzeit zu bekommen und so regelmäßig einmal pro Woche Frauen-Selbstverteidigung anzubieten (Damals noch als Untergruppe des Budo-Club Asahi Lauterbach e.V., in dem Olli auch seit einiger Zeit als Ju-Jutsu Trainer für eine Kindergruppe tätig war).

Das Training durchlief Höhen und Tiefen. Die Gruppenstärke variierte von zwei bis zwanzig Teilnehmerinnen, doch der harte Kern der motivierten Teilnehmerinnen blieb immer erhalten. Diese hatten im Laufe der Jahre beachtliche Fortschritte erzielt, sodass das anfängliche Frauen-Selbstverteidigungstraining, welches hauptsächlich aus der Abwehr von typischen Straßenangriffen bestand, immer weiter ausgebaut werden konnte. Es wurden Fallschule, Wurf- und Hebeltechniken und sogar die Abwehr bewaffneter Angreifer integriert und trainiert.

Als Ergebnis dieses Trainings stellten sich eine kleine Gruppe von Teilnehmerinnen im September 2000 in Fulda einer Ju-Jutsu Gürtelprüfung. Unter den wachsamen Augen des hochgraduierten Prüfers Herrn Rainer Domann legten Sie eine hervorragende Prüfung zum 5. Kyu Ju-Jutsu (Gelbgurt) ab.

Von da an lief das Training nicht mehr als Frauenselbstverteidigung, sondern als Ju-Jutsu Training unter dem Motto „Selbstverteidigung, Schwitzen und Spaß“.

Schon bald kam ein Schwung von Neugierigen und Kampfkunstinteressierten um einmal die Woche zu schwitzen und zu trainieren. Es wurde nötig, eine weitere Trainingszeit anbieten zu können, um Anfängern und Fortgeschrittene entsprechend ihres Könnens zu fordern. Doch leider schlugen alle Bemühungen, eine zweite Trainingszeit in der Turnhalle zu bekommen, fehl. Die Schulleiterin der Erich-Kästner Schule in Alsfeld stellte sich stur. Sie verwehrte dem Verein nicht nur das Einlagern einer kleinen Mattenfläche, sondern auch die zweite Trainingszeit, welche durchaus zur Verfügung gestanden hätte. Dafür sei Ihr an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt…

Dies und die Tatsache, dass das Training durch Ferien und Schulveranstaltungen sehr unregelmäßig stattfinden konnte, führte dazu, dass wir uns auf die Suche nach einem anderen Trainingsraum machten.

Zwei Jahre später sollten wir dann endlich fündig werden…

Ein neuer Verein entsteht

Am 16. September 2001 trafen sich sieben Mitglieder der Ju-Jutsu Gruppe „Selbstverteidigung, Schwitzen und Spaß“ um einen neuen Verein mit Sitz in Alsfeld zu gründen. Der Grund hierfür waren vor allem die Schwierigkeiten bei der Suche nach einem eigenen Trainingsraum.

In langen Gesprächen wurde eine Vereinssatzung erstellt und man entschied sich für den Namen „Kampfsportverein Tiger and Dragon Alsfeld e.V.“ und aus verschiedenen Vorschlägen wurde unser Vereinslogo ausgewählt.

Nach einigen Schwierigkeiten (wer kennt sie nicht, die Probleme an öffentlichen Ämtern…), wurde unser Verein als gemeinnütziger Verein ins Vereinsregister der Stadt Alsfeld eingetragen, sowie Mitglied im Landessportbund und im Hessischen Ju-Jutsu Verband.

Über den Tiger und den Drachen

Lange haben wir überlegt, wie wir unseren Verein nennen sollten. Wir haben uns schließlich für „Tiger and Dragon“ entschieden, nicht nur weil sich der Name gut anhört :-), sondern weil mit ihm auch ein tieferer Sinn aus der chinesischen Mythologie verbunden ist.

Dort steht der Tiger (chin. Hu) für Tapferkeit, geschmeidige Bewegungen und Muskelkraft. Er ist ein geborener Jäger und Krieger. Scheu in seinem Auftreten, doch in die Enge getrieben kennt er keine Furcht und kämpft für sich und für seinesgleichen mit wilder Entschlossenheit, Verwegenheit und unerschöpflicher Kraft. Den Tiger streichelt man nicht, sondern man achtet ihn. Der Tiger besitzt jedoch nicht nur Mut und Energie, sondern auch Einfallsreichtum und ist als großer Kämpfer nicht nur gefürchtet, sondern auch sensibel und gefühlsbetont. Er liebt ein ereignisreiches, aufregendes und leidenschaftliches Leben. In der chinesischen Mythologie symbolisiert der Tiger somit die äußere (Muskel-)Kraft, das Yin, die Kampftechniken.

Der Drache (chin. Lung) schäumt vor Gesundheit, Kraft und Energie. Er ist ein stolzes Wesen, intelligent, eigensinnig, zäh und großzügig. Sein Streben nach Vollkommenheit zwingt ihn dazu, an sich selbst und seine Umwelt hohe Anforderungen zu stellen. Er ist das Sinnbild für Harmonie, Rechtschaffenheit und Langlebigkeit - der geborene Sieger. Der Drache symbolisiert in der chinesischen Mythologie nicht nur alle erstrebenswerten Eigenschaften, sondern dient als Zeichen für die Inneren Kräfte, die Harmonie, das Yang, die inneren Kampfkünste – das Qi. Somit stehen der Tiger und der Drache in direktem Gegensatz zueinander. Der Kämpfer und der Friedfertige. Die Muskelkraft und die innere Energie. Das Yin und Yang.

Deshalb bildet auch das Yin und Yang Symbol das zentrale Element unseres Vereinslogos.

Die Yin Yang Theorie ist sehr alt und die chinesischen Philosophen bedienten sich ihrer um den Ursprung des Universums zu erklären.
Yang bedeutet ursprünglich „das strahlen der Sonne“ und Yin das Fehlen dieses Strahlens also „Schatten“.

Danach wurden Yin und Yang als zwei Kräfte oder Prinzipien der Natur angesehen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Licht – Dunkelheit, Wärme – Kälte, Leben – Tod, männlich – weiblich, Anspannung – Entspannung, Aktivität – Passivität,…
Alle Phänomene des Universums entstehen aus einer Kombination oder Interaktion von Yin und Yang.
Der schwarze und der weiße Punkt, die sich im weißen bzw. im schwarzen Feld befinden, bedeuten das beide Kräfte nicht als absolut anzusehen sind, sondern sich immer ein wenig Yin im Yang befindet und umgekehrt. Die Harmonie der Gegensätze wird durch die gleiche Größe aller Flächen dargestellt.

Das Pah-Kwa und die große Monade schließlich sind ein Schutzsymbol aus der chinesischen Mythologie gegen böse Geister und dunkle Kräfte.

Somit wollen wir also mit unserem Name und unser Vereinslogo verdeutlichen, dass unser Verein allen Kampfkünsten gegenüber aufgeschlossen ist.

Äußere Kampfkünste (Ju-Jutsu, TaeKwonDo, Brazilian Jiu-Jitsu,…) sind für uns ebensowichtig wie die inneren Kampfkünste (Qi-Gong, Tai Chi, Yoga,…)

Die äußeren Kampfkünste trainieren unseren Körper. Durch sie erlernen wir Techniken zur Verteidigung. Sie helfen uns körperliche Kraft, Kondition und Körperbeherrschung zu entwickeln.
Die Inneren Kampfkünste beinhalten Übungen, die der Gesundheit, der mentalen und körperlichen Ausgeglichenheit dienen. Sie füllen das Qi, die körpereigene Energie auf, beseitigen innerliche Blockaden und ermöglichen dem Qi den ungehinderten Fluss im Körper. Fließendes Qi heilt uns, wenn wir krank sind und beugt Krankheiten vor wenn wir gesund sind.

Das Ziel unseres Vereins ist also nicht nur das Erlernen von Kampftechniken, sondern vielmehr einen / unseren Lebensweg zu finden.

Das bedeutet:

Schwitzen und Entspannen
Kämpfen und Meditieren
Trainieren und Feiern
Tiger and Dragon

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